Ein Boom geht um die Welt. Roller fahren ohne sich anzustrengen, unverschwitzt beim Date erscheinen, locker und entspannt den beruflichen Termin wahrnehmen, als Tourist mal eben durch das Brandenburger Tor cruisen und dann noch das Gefühl zu haben, hip zu sein, das ist doch eigentlich was für stadtmobil!? Doch wie so oft spielen wir die Spaßbremse und suchen das Salz in der Suppe…und finden eine völlig versalzene Brühe vor.

Ökologisch fragwürdig, da sie in der Regel eine Nutzungsdauer von unter einem Jahr haben und dann -nach Ausschlachtung einiger Teile – komplett weggeworfen werden, wie das so mit ausgemustertem Spielzeug passiert.

Als Beitrag zur Verkehrswende nicht angenommen, der schon fast legendäre „letzte Kilometer“ wird nicht mit Rollern gefahren, sondern konventionell, Roller werden eben nicht eingesetzt, um einzukaufen oder zur Arbeit zu fahren oder zum Bus/ zur Bahn, sie werden auch gar nicht erst in die Stadtteile platziert, sondern fast ausschließlich in die Zentren der Großstädte. „Ich will Spaß“ ist das Motto, nicht „Ich will Verkehrswende“, erstmal nichts Schlimmes, aber dann soll man auch nicht so tun als ob.

Lebensgefährlich für Anfänger und Fortgeschrittene, die Roller haben z.B. keine Blinker, so muss man Fahrrichtungswechsel mit Handzeichen anzeigen und in der Zeit mit einer Hand lenken…für Anfänger nicht sicher zu meistern. Unterschiedliche Fabrikate sind mit unterschiedlichen Bremsen ausgestattet, die ihre Aufgabe unterschiedlich sicher erledigen.

Und dann ist das leider so wie immer, der Autofahrer darf nicht belästigt werden, großer SUV und Roller auf eine Straße, das funktioniert nicht, Lösung: Roller auf den Radweg, nicht etwa SUV raus aufs Land, im Prinzip alle Problemnutzungen auf Rad-/Fußweg, damit es zu möglichst wenig Belästigungen kommen kann. Die Vorstellung, ich cruise auf der Straße mit meinem Roller vor einem Porsche Cayenne her und der kann nicht überholen wg. Gegenverkehr – beängstigend.

Stadtbild: Es ist für sensible Gemüter wie mich kaum noch zu ertragen, dass der Blick in der Stadt getrübt wird durch jede Menge Alt-Metall, über das sich nur Metallschrottsammler aufrichtig freuen können. Schrottige Fahrräder, deren Besitzer verschollen sind, Leihfahrräder, die als Zeichen von Anarchie überall im Stadtgebiet auf den Kopf gestellt werden und Roller, die jeden Abend eingesammelt und neu verteilt werden müssen, weil die Ausleiher sie wer weiß wo abstellen.

Gesundheit: Gehen ist uncool, Fahrradfahren anstrengend, selbst beim E-Bike fahren muss man sich bewegen Bus oder Bahnfahren sollen mal ruhig die andern machen, Inliner fahren geht nur am Maschsee, bleibt das Auto und der Roller zum Entspannen – freie Fahrt für faule Bürger!

Die nächste Modewelle sind elektrisch unterstützte Rhön-Räder, die bei jeder Drehung bunt blinken und Geräusche von Tieren aus der Rhön imitieren – da denken wir dann mal drüber nach!

– Andreas Krämer, Geschäftsführer Stadtmobil Hannover GmbH –