Das Jahr fing ganz normal an: Januar und Februar sind neben dem November bei allen CarSharern weltweit gefürchtet wegen “kollektiver Fahrverweigerung” der Kundschaft – das war auch 2020 nicht anders. Kein Grund sich aufzuregen, keine schweren Unfälle, planmäßig kaum Umsatz, business as usual…

…bis das erste Mal Wuhan in unserem Leben auftauchte und am 8. März der erste Deutsche starb. Ab da ging alles rasend schnell: nationaler Notstand in den USA, WHO ruft Pandemie aus, Covid, Lockdown, Schließung aller Möglichkeiten, zu denen man mit CarSharing-Fahrzeugen hinfahren könnte, blanke Angst, Schlaflosigkeit, Pläne schmieden für den Notfall, was-machen-wir-wenn-Szenarien, Videokonferenzen, und vor allem: Kosten senken, Kosten senken, und nochmal Kosten senken.
Die Begriffe Homeoffice, Kurzarbeit, Zoom und Drosten, die vorher allesamt keine große Rolle für uns spielten, drängten sich nach vorne – ohne sie ging nichts mehr. Von März bis Anfang Mai hatte uns der Lockdown voll im Griff. Bloß keine neuen Autos kaufen, Autos übergangsweise stilllegen, denn verkaufen ging auch nicht, weil die Autohändler schließen mussten. Umsätze im freien Fall, Hygienepläne, aber dann auch stille Solidarität – manch einer unserer Kunden nutzte still und leise unsere Autos, oder spendete den einen oder anderen Betrag.

…und dann kamen der Juni, der Juli und der August: mit einer Auslastung wie Weihnachten anno 2007 (in diesem denkwürdigen Winter musste für den weihnachtlichen Besuch der Verwandtschaft ein Transporter herhalten). Über Tage keine Kombis mehr frei, in Hannover nur noch stadtflitzer unterwegs, Ausnahmezustand nur andersrum. Reue über die Entscheidung, keine neuen Autos gekauft zu haben, unsere Transporter wurden sogar in Schleswig-Holstein gesehen (Umzug oder Urlaub, wir wissen es nicht) und ganz nebenbei im November Trump abgewählt.
Es hätte immer so weitergehen können, ging es aber nicht. Die zweite Welle kam, sogar die dritte kündigt sich an, Lockdown light, die Hoffnung auf das Weihnachtsfest und auf den Impfstoff.

… und dann ist endlich Neujahr, die Karten werden neu gemischt. Die ersten sind geimpft, Konzerte sind erst denkbar, dann sogar machbar. Wir bauen unsere Elektroflotte auf, erschließen mit Kirchrode und Hainholz neue Stadtteile, die Flotte wächst um 50 weitere Autos und um immer mehr Lastenfahrräder. Und dann hoffentlich sind wir wieder in normaleren Zeiten!

Aber jetzt erstmal ist es Zeit, für Ihre Treue zu danken und Ihnen mehr denn je Gesundheit und eine besinnliche Adventszeit zu wünschen.

 

Andreas Krämer
– Geschäftsführer stadtmobil Hannover-