Drei neue Stadtmobile und eine Ladestation für die Südstadt.

Schön wohnen, Autos teilen, Kunst erleben! Das ist unser Motto für die heute eingeweihte stadtmobil-Station in der „Baumstraße 22„, einer zentralen Lage in der hannoverschen Südstadt. Gemeinsam mit der Immobiliengesellschaft ACRIBO haben wir zwei leistungsstarke Elektro-Stellplätze aufgebaut, an denen ab heute zwei elektrische Renault Zoes mit jeweils ca. 280 km ausleihbar sind. Zur Einweihung der neuen Ladesäule und der beiden Elektrostellplätze haben wir jeder Mietpartei ein keines Willkommensgeschenk – in Form einer Fahrtgutschrift und kostenloser Anmeldung bei stadtmobil- überreicht.

Einweihung der Ladesäule in der Baumstraße 22

Zur Einweihung waren die Vertreter des Bauprojektes und alle Mieter*innen des Neubaus eingeladen.

Das besondere an dem Neubauprojekt: Die Planung sah von Anfang an keine eigenen Parkplätze für die Mieter*innen der 18 energieeffizienten Mietwohnungen vor. Dafür gibt es genügend Fahrradabstellmöglichkeiten und drei CarSharing-Stellplätze. Davon werden zwei elektrisch betrieben und sind mit unseren neuen ArtCars bestückt, der dritte Stellplatz ist mit einem Kombi ausgestattet.

Die beiden elektrischen Fahrzeuge wurden von hannoverschen Künstlerinnen im Rahmen eines Kooperationsprojektes von stadtmobil mit dem Sprengel Museum Hannover gestaltet. Die ArtCars „Picknick mit Tier“ und „Ein erinnernder Körper“ werden zunächst an dem neuen Standort in der Baumstraße 22 angeboten. Das ArtCar „Seelendetail“ wird ab dem 28.10.2019 Linden in der Fröbelstraße 5 bereichern.

Die Einweihung nehmen wir zu Anlass, unsere Tarife zu ändern: bisher waren Elektrofahrzeuge der jeweils höheren Tarifklasse zugeordnet. Damit ist ab dem 01.11.19 Schluss. Elektrisch fahren ist dann genauso günstig wie mit den konventionellen Fahrzeugen derselben Klasse.

Eröffnung des Elektro CarSharing Stellplatzes in der Baumstraße, Südstadt

Ganz feierlich wurde das Band vom Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne, stadtmobil Geschäftsführer Andreas Krämer und Thorsten Kröger von ACRIBO durchgeschnitten.

…Und wer in der Südstadt, direkt am Stellplatz, noch eine moderne Wohnung sucht, kann mit ACRIBO Kontakt aufnehmen. Es stehen noch 2- und 4-Zimmerwohnungen zur Vermietung.
Bei Fragen oder Interesse an einer Wohnung kann der Vermieter per Mail über baumstrasse22@acribo.com oder telefonisch unter 0511-59097470 kontaktiert werden.

Wo sich Mobilität, Umwelt und Kultur treffen, sind die zwei zentralen Institutionen Hannovers nicht weit: stadtmobil Hannover beginnt seine neue Offensive mit einer Flotte von Elektrofahrzeuge mit einem buchstäblich neuen Gesicht. Im Dialog mit dem Sprengel Museum Hannover wurden drei Hannoveraner Künstlerinnen ausgewählt, die jeweils ein neues Elektrofahrzeug aus der Reihe Renault Zoe Life gestaltet haben.

Mit Mareike Poehling, Julia Schmid und Andrea von Lüdinghausen konnten Künstlerinnen aus hiesigen Kunst-Szene gewonnen werden, die den neuen Fahrzeugen eine individuelle künstlerische Note verleihen und Carsharing zum Kunst-Genuss machen. Das jeweils weiße Fahrzeug hat damit seine Unschuld verloren: Schon von außen ist es als Unikat erkennbar und im Innenraum darf man sich im fahrenden Kunstwerk wohlfühlen und auf den kreativen Spuren der Künstlerinnen bewegen.

ArtCar Hannover – ein Kooperationsprojekt vom Sprengel Museum und stadtmobil Hannover mit den drei Hannoveraner Künstlerinnen (v.l.n.r.) Mareike Pohling, Julia Schmid, Andrea von Lüdinghausen

 

Art Cars Hannover beruht auf einer künstlerischen Gestaltung von drei Elektro-Fahrzeugen der Carsharing-Flotte von stadtmobil. Neben einer Förderung der lokalen Kunstszene geht es bei diesem Projekt darum, sowohl die Fahrzeugnutzer*innen als auch andere Verkehrsteilnehmer*innen durch die neuartige Gestaltung der Fahrzeuge dazu anzuregen, das eigene Mobilitätsverhalten hinsichtlich dessen Zukunftsfähigkeit kritisch zu reflektieren. Im Dialog von Kunst und Technik will Art Cars Hannover einen interaktiven Beitrag zur aktuellen Debatte rund um den Themenkomplex Mobilität und Zukunft leisten. 

ArtCar Hannover. Zum Projektauftakt Anfang Oktober 2019 stellten die drei Hannoveraner Künstlerinnen in einer Pressekonferenz ihre künstlerische Idee zu den gestalteten ArtCars dar.

Die Künstlerinnen gestalteten dabei nicht nur ein Fahrzeug, sondern erschafften jeweils ein Kunstwerk im Innen- sowie Außenraum, welches moderne Mobilitäts-Dienstleistungen und Konzept-Kunst visionär miteinander vereint. Dabei setzte sich jede Künstlerin auf ihre eigene Art mit dem Thema auseinander. stadtmobil-Mitglieder haben dabei den Vorzug die entstandenen Werke nicht nur von außen anzuschauen, sondern sich in diesen zu bewegen und somit intensiver in die künstlerische Vision der Künstlerinnen einzutauchen.

So finden sich in jedem ArtCar neben den Erklärungskarten zur künstlerischen Idee auch Dinge, die transformatorisch im Innenraum wirken – wie eine Picknickdecke, ein Booklet mit Impressionen zu Erinnernden Räumen oder eine Skulptur aus Füllmaterial gebrauchter Stofftiere.


ArtCar: Seelendetail | von Andrea von Lüdinghausen, 2019

ArtCar: Picknick mit Tier | von Julia Schmid, 2019

ArtCar: Ein erinnernder Körper | von Mareike Poehling, 2019


Die ArtCars werden voraussichtlich ab KW 43 für die Nutzung zur Verfügung stehen. Die Stellplätze geben wir rechtzeitig bekannt.

Für Neugierige: DERZEIT befinden sich die drei ArtCars am Maschsee, Rudolph-von-Bennigsen-Ufer | Höhe des NDR Sendesaals.

Picknick mit Tier | ArtCar Hannover | Julia Schmid, 2019 – 

Der von Julia Schmid gestaltete Wagen entspricht dem Interesse der bekannten Hannoveraner Künstlerin an Natur – Flora und Fauna im städtischen Umfeld. Julia Schmid versteht Natur stets nicht als eine unschuldige Form, sondern als vom Menschen gestaltet und vermittelt.

Das Auto spielt dabei eine besondere Rolle, denn sie spielt mit ihrem Entwurf für den Wagen von stadtmobil auf die Insekten an, die im Sommer vielfach an der Windschutzscheibe kleben. In vermeintlich realistischer Malerei sind auf der Karosserie des Renaults vergrößerte Tiere als Aufkleber zu erkennen, deren eigentümliche Anordnung und Vergrößerung einen surrealen Eindruck hervorrufen. Unterstützt wird dies auf den Türen durch eine runde Form der Präsentation, die entweder als mikroskopischer Blick oder als Reminiszenz der Rallye-Wagen der siebziger Jahre verstanden werden kann.

ArtCar „Picknick mit Tier“ von Julia Schmid – (c) Julia Schmid

Darüber hinaus hat Julia Schmid auch etwas für den Innenraum des Wagens geschaffen: Der Idee eines „Picknicks mit Tier“ folgend, befindet sich dort eine Decke, auf der ein übergroßes Insekt zu sehen ist. Die Decke wird im Inneren des Autos aufbewahrt und ist von außen sichtbar. „Eine solche Decke“, so die Künstlerin, „schützt eigentlich vor Nässe und vor Insekten, sie ist für ein ungestörtes romantisches Picknick im Freien gedacht.

Picknick-Decke für ein „Picknick mit Tier“ – von Julia Schmid | (c) Julia Schmid

Durch das Insekt auf der Picknick-Decke, ist aber das, was eigentlich durch die Decke definiert ausgeschlossen wird, eingeladen. Durch die starke Vergrößerung eines Insekts (z.B. einer Wanze) ist, wenn die Decke gefaltet ist, zunächst nur ein beinahe abstraktes Bild sichtbar. Das Insekt zeigt sich erst, wenn die Decke ganz ausbreitet wird und man etwas Abstand hat.“

Im ArtCar „Picknick mit Tier“ findet sich eine DinA5 Karte, die jedem Interessierten die künstlerische Idee von Julia Schmid nochmals näher bringt.(c) Julia Schmid

Das ArtCar „Picknick mit Tier“ wird voraussichtlich KW 43 verfügbar sein. Den Standort geben wir zeitnah bekannt.


Mehr über Julia Schmid:

Die Künstlerin, geboren 1969 in Wuppertal, arbeitet im Atelierhaus Hannover, in der Spichernstraße.

Der Fokus der mehrfach ausgezeichneten Künstlerin liegt auf unterschiedlichen Biotopen als alltägliche Bestandteile unserer Realität. Deren hybride Zusammensetzung ist durch Zufall, Gestaltung und regionale Bedingungen geprägt. Der Stellenwert der Natur, sowie ihre Repräsentation in ruralen und urbanen Zusammenhängen ist immer auch Spiegel des Selbstverständnisses einer Gesellschaft. Ihre Beobachtung ist der Anlass der Arbeit von Julia Schmid.


Art Cars Hannover beruht auf einer künstlerischen Gestaltung von drei Elektro-Fahrzeugen der Carsharing-Flotte von stadtmobil. Wer mehr über die Idee der ArtCars erfahren möchte, erhält HIER im Artikel weitere Infos zum Kooperationprojekt vom Sprengel Museum, stadtmobil Hannover und der Hannoveraner Kunstszene.

Seelendetail | Art Car Hannover | Andrea von Lüdinghausen, 2019 –

Der Ausgangspunkt für die künstlerischen Überlegungen von Andrea von Lüdinghausen war der Name des Fahrzeugs: Renault Zoe. Das griechische „Zoe“ bedeutet „Leben“ und wird durch eine Seele begründet. Genau dies greift von Lüdinghausen auf und verweist zugleich darauf, dass die Seele, das Innere eigentlich nicht darstellbar ist, der Veränderung unterliegt.

Insofern hat sie den Wagen zur „Beseelung seines Inneren“ mit einer Skulptur ausgestattet. „Als bewährtes und geeignetes Hilfsmittel zur Beseelung“, so von Lüdinghausen, „stellt sich das Material heraus, das aus dem Innersten einst beseelter und geliebter Wesen kommt: Füllung gebrauchter Stofftiere.“

ArtCar „Seelendetail“ – Andrea von Lüdinghausen, 2019

„Dieses Material ist stets flexibel und veränderbar: „Die Nutzer*innen des Fahrzeugs passen SEELE an sich und ans Fahrzeuginnere an. SEELE kann überall liegen, sie kann sich großflächig ausbreiten oder klein gefaltet und gepresst werden. Sie kann auf der Hutablage liegen, am Fenster hängen oder auf dem Beifahrersitz lauern. Die Formvarianten sind unendlich und unvorhersehbar und passieren je nach psychischer Befindlichkeit und praktischen Einflüssen.“ Fahrzeugnutzer*innen werden somit selbst zu Gestaltern.

Und eben diese Idee der veränderlichen Form möglicher Seelenzustände offenbart sich auch auf der Karosserie des Wagens, an dem ein Fries wolkiger Formen auf das Innere (des Fahrzeugs) verweist.“ (Text: Stefan Gronert, Kunsthistoriker, Sprengelmuseum)

Im ArtCar „Seelendetail“ findet sich eine DinA5 Karte, die jedem Interessierten die künstlerische Idee von Andrea von Lüdinghausen nochmals erklärt. (c) Andrea von Lüdinghausen

Das ArtCar „Seelendetail“ wird voraussichtlich ab KW 43 zur Verfügung stehen. Den Stellplatz geben wir rechtzeitig bekannt.


Mehr über Andrea von Lüdinghausen:

Andrea von Lüdinghausen interessiert sich in ihrer Arbeit für bildhauerische Fragen: Wie lassen sich labile Zustände kommunizierender Körper darstellen? Welche Formen und Bilder hinterlassen unsere Zugriffe auf die Umwelt? Wie prägen Bildfindungen aus Wissenschaft und Medien unsere Wahrnehmung? Wie ändert sich dadurch unser Verhältnis zu Natur- und Körperphänomenen? Andrea von Lüdinghausen verwendet zur Auslotung dieser Fragestellungen unterschiedliche künstlerische Formate und Medien: Skulptur, Fotografie, Videoprojektion und Installation sowie ortsbezogene Intervention.


Art Cars Hannover beruht auf einer künstlerischen Gestaltung von drei Elektro-Fahrzeugen der Carsharing-Flotte von stadtmobil. Wer mehr über die Idee der ArtCars erfahren möchte, erhält HIER im Artikel weitere Infos zum Kooperationprojekt vom Sprengel Museum, stadtmobil Hannover und der Hannoveraner Kunstszene.

Ein erinnernder Körper | Art Car Hannover | Mareike Poehling, 2019 –

Das Auto hat für die Hannoveraner Künstlerin in den vergangenen Jahren einen erheblichen Funktionswandel hinter sich gebracht: Nachdem es lange als ein Status-Objekt zu Demonstration von privatem Besitz und Wohlstand galt, hat es sich im Zeitalter des Carsharing zu einer Mischform von öffentlichem und privatem Raum entwickelt.

Das Auto ist, so die Künstlerin, „ein Ort abgelagerter Erinnerungen“, ein Körper, der zugleich auch als Ausstellungsfläche fungieren kann. Die sich hier sedimentierenden Schichten der Zeit und des Gebrauchs hat Mareike Poehling eine kombinierte künstlerische Erweiterung hinzugefügt.

ArtCar „Ein erinnernder Körper“ – von Mareike Poehling, 2019 ,(c) Mareike Poehling

Auf der Karosserie kombiniert sie Zeichnungen und Fotografien, die sie sowohl aus Archiven entnommen, als auch speziell für dieses Fahrzeug neu erstellt hat. Sie führt sie zu zeichenhaften Bild-Collagen zusammen, die das individuelle Erinnern beflügeln sollen, ohne zu klaren „Lösungen“ zu führen. Dem entspricht im Wageninneren eine ausliegende Zeitung, die nicht die neusten Nachrichten verkündet, sondern in der poetisches Bildermaterial das Thema des Körpers und der Erinnerung miteinander verbindet: Das Auto hat sich verändert und mit ihm die Welt!

 

Im ArtCar „Ein Erinnernder Körper“ findet sich eine DinA5 Karte, die jedem Interessierten die künstlerische Idee von Mareike Poehling nochmals erklärt. (c) Mareike Poehling

Das ArtCar „Ein erinnernder Körper“ wird voraussichtlich KW 43 zur Verfügung stehen. Den Standort geben wir zeitnah bekannt.


Mehr über Mareike Poehling: 

Mareike Poehling studierte Bildende Kunst an der HBK Braunschweig sowie Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Sozialpsychiatrie. Die Künstlerin interessiert sich für Prozesse, die innerhalb eines Menschen stattfinden, schwer zu greifende Beziehungen zwischen Menschen, sowie Beziehungen zwischen Menschen und Objekten. Diesen Prozessen gibt sie Gestalt in ihren Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen.

Unter Einbezug der architektonischen Gegebenheiten, der Geschichte des jeweiligen Ausstellungsraumes, webt sie die einzelnen künstlerischen Objekte zu erzählerischen Gesamtinstallationen, zu poetischen Texten, die mit dem Material geschrieben werden.


Art Cars Hannover beruht auf einer künstlerischen Gestaltung von drei Elektro-Fahrzeugen der Carsharing-Flotte von stadtmobil. Wer mehr über die Idee der ArtCars erfahren möchte, erhält HIER im Artikel weitere Infos zum Kooperationprojekt vom Sprengel Museum, stadtmobil Hannover und der Hannoveraner Kunstszene.